Nürnberg, 2026 – Laut dem aktuellen statistischen Bericht über die ausländische Bevölkerung sowie Menschen mit Migrationsgeschichte in Nürnberg (Stand: 31.12.2025) stellen rumänische Staatsangehörige erstmals die größte ausländische Bevölkerungsgruppe der Stadt. Diese Entwicklung unterstreicht sowohl die Attraktivität der Metropolregion für Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union als auch den hohen Integrationsgrad der rumänischen Gemeinschaft in Deutschland.
Den offiziellen Zahlen zufolge lebten Ende 2025 insgesamt 16.003 rumänische Staatsangehörige in Nürnberg. Damit überholte die rumänische Gemeinschaft erstmals die türkische Bevölkerung, die 15.619 Personen umfasst. Die Entwicklung zeigt einen kontinuierlichen Anstieg in den vergangenen Jahren:
- 2018: 13.539 Rumäninnen und Rumänen
- 2019: 14.903
- 2020: 14.747
- 2021: 15.037
- 2022: 14.424
- 2023: 14.163
- 2024: 14.638
- 2025: 16.003

Innerhalb von nur sieben Jahren ist die Zahl der rumänischen Staatsangehörigen damit um nahezu 2.500 Personen gestiegen. Die rumänische Gemeinschaft ist heute die größte ausländische Bevölkerungsgruppe Nürnbergs.
Ein Erfolg der europäischen Freizügigkeit
Diese Entwicklung verdeutlicht die Bedeutung der Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union. Die Rumäninnen und Rumänen gehören zu den aktivsten und am besten integrierten europäischen Gemeinschaften in Nordbayern. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wirtschaft, zum Arbeitsmarkt sowie zur gesellschaftlichen Entwicklung der Stadt.
Der Bericht weist aus, dass Ende 2025 insgesamt 62.425 EU-Bürgerinnen und EU-Bürger in Nürnberg lebten. Die rumänische Gemeinschaft bildet innerhalb dieser Gruppe die größte europäische Nationalität. Dies zeigt, dass Nürnberg weiterhin ein attraktiver Standort für Menschen ist, die berufliche, wirtschaftliche und persönliche Perspektiven innerhalb Europas suchen.
Starke Vertretung und gesellschaftliches Engagement

Das Wachstum der Gemeinschaft geht mit einer zunehmenden gesellschaftlichen und politischen Beteiligung einher. Rumänische Bürgerinnen und Bürger engagieren sich aktiv in den Dialog- und Beteiligungsstrukturen der Stadt, unter anderem im Integrationsrat der Stadt Nürnberg, wo sie sich für Integration, interkulturellen Dialog und demokratische Teilhabe einsetzen.
Dieses Engagement macht deutlich, dass die rumänische Gemeinschaft nicht nur von Integrationsprozessen profitiert, sondern diese aktiv mitgestaltet und Verantwortung für das gesellschaftliche Zusammenleben übernimmt.
Die Rolle des Deutsch-Rumänischen Kulturzentrums
Eine wichtige Anlaufstelle für die rumänische Gemeinschaft ist das Deutsch-Rumänische Kulturzentrum in der Brunhildstraße 3, 90461 Nürnberg.
Das Kulturzentrum organisiert regelmäßig kulturelle, soziale und bildungsorientierte Projekte für rumänische und deutsche Familien. Zum Angebot gehören unter anderem Aktivitäten für Kinder und Jugendliche, Bildungsprogramme, Sprachförderung, kulturelle Veranstaltungen sowie interkulturelle Workshops. Darüber hinaus unterstützt das Zentrum neu zugewanderte Familien bei ihrer Integration in Deutschland.
Mit seiner Arbeit trägt das Kulturzentrum wesentlich dazu bei, die rumänische Sprache und Kultur zu bewahren und gleichzeitig den Austausch und das gegenseitige Verständnis zwischen der rumänischen Gemeinschaft und der deutschen Gesellschaft zu fördern.

Eine junge und aktive Gemeinschaft
Die statistischen Daten zeigen, dass sich der überwiegende Teil der rumänischen Bevölkerung in Nürnberg im erwerbsfähigen Alter zwischen 18 und 65 Jahren befindet. Von den rund 16.000 rumänischen Staatsangehörigen gehören mehr als 12.000 Personen dieser Altersgruppe an und sind berufstätig oder stehen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.
Der Anteil älterer Menschen ist im Vergleich zu anderen seit Jahrzehnten ansässigen Migrantengruppen relativ gering. Dies bestätigt, dass die rumänische Migration vor allem arbeits- und familienorientiert ist und langfristig auf Integration und gesellschaftliche Teilhabe ausgerichtet bleibt.
Gleichzeitig leben mehr als 3.000 rumänische Kinder und Jugendliche in Nürnberg. Dies verdeutlicht, dass sich immer mehr Familien dauerhaft in Nürnberg und der Metropolregion niederlassen und ihre Zukunft hier aufbauen.
Integration und Zukunftsperspektiven
Die Entwicklung der rumänischen Gemeinschaft zeigt, dass zwar ein Teil der Rumäninnen und Rumänen nach einigen Jahren nach Rumänien zurückkehrt, sich jedoch viele dauerhaft für ein Leben in Deutschland entscheiden. Sie gründen Familien, investieren in ihre Zukunft und beteiligen sich aktiv am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben der Stadt.
Der kontinuierliche Bevölkerungszuwachs, das wachsende gesellschaftliche Engagement sowie der Ausbau eigener kultureller Institutionen sind deutliche Zeichen einer gefestigten, gut integrierten und zukunftsorientierten Gemeinschaft.

Fazit
Dass die rumänische Gemeinschaft im Jahr 2025 zur größten ausländischen Bevölkerungsgruppe Nürnbergs geworden ist, ist weit mehr als eine statistische Entwicklung. Es ist Ausdruck des bedeutenden Beitrags, den rumänische Bürgerinnen und Bürger zur wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung der Stadt leisten.
Heute gilt die rumänische Gemeinschaft in Nürnberg als Beispiel für gelungene europäische Integration, aktives bürgerschaftliches Engagement und erfolgreiche interkulturelle Zusammenarbeit. Sie stärkt nicht nur die Beziehungen zwischen Rumänien und Deutschland, sondern verkörpert zugleich die gemeinsamen Werte der Europäischen Union: Offenheit, Solidarität und Vielfalt.
Ionela van Rees-Zota
