Nach der erfolgreichen Wahl am 8. März führte Horst Göbbel ein kurzes Interview mit ihm.
Werner Henning und Helmine Buchsbaum engagieren sich im Nürnberger Stadtrat-FOTO
Lieber Werner, wie ist dir nach dem erfolgreichen Wahlkampf zur Kommunalwahl 2026 zumute?
Zunächst möchte ich mich sehr herzlich für das mir entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Es ist für mich eine große Ehre und zugleich Verpflichtung, mich auch weiterhin im Nürnberger Stadtrat für unsere Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger einsetzen zu dürfen.
Mit der neuen Wahlperiode beginnt für mich bereits die dritte Amtszeit im Nürnberger Stadtrat. Nach inzwischen zwölf Jahren kommunalpolitischer Arbeit werde ich die in dieser Zeit gesammelten Erfahrungen auch weiterhin verantwortungsvoll in die Arbeit des Stadtrates einbringen. Nürnberg steht – wie viele Städte – vor großen Herausforderungen. Gleichzeitig ist unser Stadtrat so vielfältig zusammengesetzt wie selten zuvor. Dabei ist leider auch zu beobachten, dass extreme Positionen sowohl am rechten als auch am linken politischen Rand zugenommen haben. Das wird die Arbeit im Stadtrat sicherlich nicht einfacher machen. Umso wichtiger ist es, sich auf Sachlichkeit, gegenseitigen Respekt und den gesunden Menschenverstand zu besinnen. Mein Ziel bleibt es, Politik nahe an den Menschen zu machen und gemeinsam Lösungen zu finden, die unserer Stadt wirklich helfen.
Inwieweit ist es möglich, als Stadtrat unter den neuen Bedingungen in Nürnberg erfolgreich zu wirken?
Als Stadtrat möchte ich dazu beitragen, dass Nürnberg auch in Zukunft eine lebens- und liebenswerte Stadt bleibt. Mir ist wichtig, dass Bürger und Bürgerinnen, konkret auch Siebenbürger Sachsen, wieder stärker Vertrauen in Politik fassen und sich politisch wie gesellschaftlich engagieren. Dafür braucht es Offenheit für Zusammenarbeit, Respekt vor anderen Meinungen und vor allem die Bereitschaft zuzuhören. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist für mich eine transparente und bessere Informationskultur. Gute Entscheidungen können nur dort entstehen, wo offen und sachlich diskutiert wird. Mein politisches Handeln orientiert sich deshalb stets an den Bedürfnissen.
Welchen weiteren Themen, die auch mit Siebenbürgen zusammenhängen, wirst du dich zuwenden?
Besonders am Herzen liegt mir weiterhin die Städtepartnerschaft zwischen Nürnberg und Kronstadt. Nach 15 Jahren Zuarbeit zur Partnerschaft liegt mir sehr daran, diese Verbindung nicht nur auf institutioneller Ebene zu pflegen, sondern auch kulturell, wirtschaftlich und im Bildungsbereich weiter auszubauen und die Bürgerinnen und Bürger beider Städte stärker einzubeziehen. Auch die gute Zusammenarbeit auf kirchlicher Ebene zwischen der Schwarzen Kirche in Kronstadt und St. Sebald in Nürnberg ist ein wertvoller Bestandteil dieser Partnerschaft und vertieft die historischen und kulturellen Beziehungen der beiden Städte. Auf schulischer Ebene möchte ich den Schüleraustausch nach dem Vorbild des Honterus-Gymnasiums mit dem Sigmund Schuckert Gymnasium Nürnberg weiter entwickeln. Die neue Flugverbindung zwischen Nürnberg und Kronstadt schafft für all diese partnerschaftlichen Vorhaben sehr gute Voraussetzungen.
Wenn du an das Haus der Heimat, dessen Vorsitzender du bist, wenn du an unseren Verband denkst, wo siehst du weitere Mitwirkungsmöglichkeiten?
Als bekennender Siebenbürger Sachse werde ich mich weiterhin mit Überzeugung für die Belange unseres Verbandes, für das Haus der Heimat sowie für die Pflege unserer Traditionen und Vereine einsetzen. Gleichzeitig sehe ich es als eine schöne und wichtige Aufgabe, die Geschichte und Kultur der Siebenbürger Sachsen auch in Nürnbergs Partnerstädten stärker bekannt zu machen. Dabei hilft mir meine Tätigkeit im Rahmen der Städtepartnerschaften, wobei ich den Oberbürgermeister häufig bei Delegationsreisen in unsere Partnerstädte vertrete. So ergeben sich immer wieder Gelegenheiten, die siebenbürgisch-sächsische Gemeinschaft, ihre Geschichte und ihre kulturellen Beiträge auch international sichtbar zu machen und neue Kontakte zu knüpfen. Dabei kommt es immer wieder zu fruchtbaren Begegnungen – zuletzt sogar mit einer Siebenbürger Sächsin im Deutsch-Französischen Kulturzentrum in Nizza.
Ich freue mich darauf, diesen Weg gemeinsam mit Ihnen weiterzugehen und mich weiterhin mit voller Kraft für unsere Stadt einzusetzen.
Helmine Buchsbaum ist weiterhin wirksam im Nürnberger Stadtrat
Unsere Banater Schwäbin Helmine Buchsbaum – sie hat ihre Ausbildung zur Grundschullehrerin in Hermannstadt absolviert und ist Mitglied des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland – hat es wieder geschafft, als Stadträtin in Nürnberg gewählt zu werden, wozu wir herzlich gratulieren. Als Stadträtin seit 2002 kann sie auf viel Erfahrung in der Kommunalpolitik bauen. Nach ihrer Aussiedlung aus Rumänien engagierte sie sich in der Landsmannschaft der Banater Schwaben und gründete in Nürnberg 1990 eine Kindertrachtengruppe. Als Vorstandsmitglied im Kreisverband Nürnberg, den sie von 1990-2012 leitete, und im Vorstand des Landesverbandes Bayern hat sie früh gemeinschaftsfördernd gewirkt. Dies geschah umfassend auch beim Hilfswerk der Banater Schwaben, dem Bund der Vertriebenen sowie in besonderem Maße beim Haus der Heimat in Nürnberg, wo sie seit dessen Gründung im Vorstand aktiv dabei war. Im Wahlkampf 2026 agierte sie erfolgreich mit ihren drei Schlagworten: „Teamfähig, lösungsorientiert und bodenständig“.
Die pensionierte Grundschullehrerin setzt sich naturgemäß in den Bereichen Bildung und Integration ein, denn diese sind für sie der Garant für Vorwärtskommen und Wohlstand. Als Aussiedlerin gibt sie ihre eigenen Integrationserfahrungen weiter: Traditionen pflegen, Neues kennenlernen und sich in Vereinen engagieren. Im Stadtrat ist sie vor allem für Bildungs- und Integrationsthemen zuständig. Sie ist Mitglied in der Frauenunion in der CSU, im Arbeitskreis für Schule und Sport, im Bildungsausschuss des Bayerischen Städtetags und auch Vorsitzende der Kinderkommission Nürnberg. Sie will sich auch weiterhin mit voller Kraft für Schule und Bildung, für Jugend, Kultur und ganz besonders für die Belange der Vertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler einsetzen.
Ihr Statement nach der erfolgreichen Wahl vom 8. März lautet: „Ich danke allen Wählern und Wählerinnen, Lesern und Leserinnen der Siebenbürgischen Zeitung, die mich und meine Partei unterstützt haben. Weiter anpacken – das werde ich in den Bereiche Kultur, Bildung, Jugend und in der Kinderkommission. Es zählen oft die leisen Töne, die zwischenmenschlichen Beziehungen und ganz besonders das Miteinander. Zusammenstehen und Zusammenhalten, aber auch Kompromisse schließen. All das das wird mein Arbeiten im Stadtrat zu Nürnberg begleiten.“
Wir wünschen Helmine und Werner viel Erfolg in ihrer neuen Amtszeit. Bleibt weiterhin unsere verlässlichen Stützen im Nürnberger Stadtrat!
Horst Göbbel
